Evangelische Kirchengemeinde Bauschheim

Ab Sonntag, den 7. Juni 2020, feiern wir wieder Gottesdienst in unserer Kirche.
Der Gottesdienst beginnt um 9.30 Uhr

Bitte informieren Sie sich unter der Rubrik "Aktuelles"
über die Rahmenbedinungen, unter denen der Gottesdienst
gefeiert werden wird!

Gottesdienste im Juni 2020

Sonntag, den 7. Juni - Pfrn. Schneider-Oelkers
Sonntag, den 14. Juni - Pfrn. Schneider-Oelkers
Sonntag, den 21. Juni - Pfrn. Meckbach (Bischofsheim)
Sonntag, den 28. Juni - Pfrn. Schneider-Oelkers

 

Die Gottesdienste beginnen alle um 9.30 Uhr

 


 

"... und jetzt?
Guter Geist!"
Gottesdienst zum Pfingstfest aus der Ev. Kirche Bischofsheim
Den Link zum Gottesdienst finden Sie unter "Aktuelles".
Dort ist auch weiterhin der Gottesdienst zum Himmelfahrtstag abrufbar.

 

 

Aber Gottesdienst kann jede*r auch zu Hause feiern!
Und wenn Sie sich fragen:
Wie feiere ich? Wie feiern wir?
Hier sind ein paar Tipps:

 

Hilfreich ist es, eine Kerze anzuzünden.

Gut tut es, zunächst für ein paar Atemzüge still zu werden.

Am besten lesen Sie die Gebete und die Gedanken laut.
Als Pfarrerin setzte ich auf das gesprochene Wort, was sicher auch an dieser Andacht für den Hausgebrauch zu merken ist:-)

 

Wenn Sie zu mehreren feiern, dann verteilen Sie die Aufgaben:
Eine*r übernimmt das Gebet, ein*e andere*r die Gedanken zum biblischen Vers und eine*r leitet die Fürbitte ein.
Vaterunser und Segensbitte sprechen dann alle.

 Ähnlich haben es wohl die die frühen Christ*innen gemacht, die erfahren darin waren, Gottesdienste zu Hause zu feiern:-)

 Die Liedvorschläge stammen aus dem Evangelischen Gesangbuch (Ausgabe für Hessen und Nassau) und dem EG+.

Gesegneten Sonntag wünscht

Ihre
Ellen Schneider-Oelkers, Pfarrerin

 

 

Gottesdienst zu Hause

Pfingstfest (31.Mai/1.Juni 2020)

 

Liebe Gemeinde,

auch wenn wir in diesem Jahr das Pfingstfest nicht in einer festlich geschmückten Kirche feiern können – der Gottesdienst zu Hause kann trotzdem festlich gestaltet werden:
7 kleine Teelichter (oder andere Kerzen),
eine rote Serviette (und ein paar Pfingstrosen) genügen…
Für’s „Pfingstfeuer“ (Streichholzpäckchen) ist schon gesorgt.


Gesegnetes Pfingstfest wünscht
Ihre/Eure Pfarrerin

Ellen Schneider-Oelkers

 

Spruch des Tages:
Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen,
spricht der Herr Zebaoth. (Sacharja 4,6b)


Bitte um Gottes Gegenwart
Gott, sei Du da mit Deinem guten Geist;
er stärkt und schenkt neue Hoffnung!
Amen.


Psalm 118 (EG 747)


Gebet
Großer Gott, Atem der Schöpfung,
du sendest deinen Geist –
damit er uns stärke und ermutige;
damit er uns verwandle und erneuere.
Aber wir verschließen uns vor dir,
vertrauen nicht auf deine Kraft, sondern suchen in uns selbst das Heil.
Wir bitten Dich:
befreie uns von alle, was uns gefangen hält!
Amen.


Schriftlesung: Gott schenkt seinen Geist
                        
(Apostelgeschichte 2,1-21)


Lied: Gott gab uns Atem (EG 432)


Ein paar Gedanken… zum laut oder leise (Vor)Lesen

Liebe Gemeinde,
gar nicht so einfach, über das Pfingstfest zu sprechen:

Anders als am Weihnachtsfest gibt’s ja kein Jesuskind in der Krippe.

Anders als am Karfreitag gibt’s keinen Jesus am Kreuz.

Anders als am Osterfest gibt’s nicht mal ein leeres Grab.

Am Pfingstfest gibt’s nichts zu sehen – und es gibt auch keine Geschenke!

Aber halt, das stimmt nicht!

Wer seine Bibel zur Hand nimmt und sie z.B. beim Propheten Jesaja (Kapitel 11, Verse 2 und 3) aufschlägt, der erfährt nämlich etwas über die Gaben des Heiligen Geistes:

Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn:
Der Geist der Weisheit und des Verstandes,
der Geist des Rates und der Stärke,
der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.
Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des Herrn.

Das sind die Gaben des Heiligen Geistes, die Pfingstgeschenke sozusagen.
Genau mitgezählt, wie viele es sind?

Die erste Gabe, die der Prophet nennt, ist die Gabe der Weisheit
(1.Kerze anzünden).
Was ist Weisheit eigentlich?

Älteren Menschen wird oft zugesprochen, weise zu sein – und da ist etwas dran, denn „weise sein“, das meint mehr als nur etwas oder sogar viel zu wissen.                                                                            
„Weise sein“ bedeutet:                                                                      
Aus dem, was ich erlebt habe, etwas für’s weitere Leben zu lernen – und das, was ich gelernt habe, dann auch zu akzeptieren und anzuwenden.

Ältere Menschen haben schon mehr an Leben gelebt als Jüngere – sie haben einfach einen Zeitvorsprung und deshalb ein größeres Ausmaß an Gelegenheit gehabt, Erfahrungen zu sammeln und Schlüsse daraus zu ziehen – ob sie die freilich immer genutzt haben, mag von Fall zu Fall trotzdem unterschiedlich sein.

Eine der bekanntesten Definitionen von Weisheit ist das Gebet des deutsch-amerikanischen Theologieprofessors Reinhold Niebuhr, das lautet:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,                        
die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“


Die zweite Gabe, die der Prophet nennt, ist die Gabe des Verstandes
(2.Kerze anzünden):

Auch wenn uns Christ*innen manchmal das Gegenteil unterstellt wird – wer glaubt, der schaltet seinen Verstand gerade nicht aus, sondern ein:                                                            
Als die, die Gott mit der Sorge für seine Schöpfung beauftragt hat, als die, die Gott in Verantwortung nimmt für seine Welt, müssen wir fragen und forschen, tief eintauchen in die Gesetzmäßigkeiten des Lebens, um unserer Aufgabe nachzukommen.

Wenn Galileo Galilei sich keine Gedanken über Ebbe und Flut gemacht hätte, dann wüssten wir vielleicht immer noch nicht, dass die Erde keine Scheibe ist…

Wenn Alexander Fleming sich nicht gefragt hätte, was es mit diesem Schimmelpilz auf sich hat, der offenbar Bakterien abtötet, dann wäre die heilsame Wirkung des Penicilin vielleicht noch immer unbekannt…

Und ich bin gespannt, was die naturwissenschaftliche Forschung über das Corona-Virus herausfinden wird, das unsere Welt so auf den Kopf gestellt hat.

Freilich, und das darf nicht verschwiegen werden:                          
Aus der Gabe des Verstandes kann auch eine Waffe werden – und das zeigt nicht nur die Geschichte des deutschen Chemikers Fritz Haber, der ein Giftgas erfand – mit verheerenden Folgen für Abertausende von Menschen, die im 1. Weltkrieg dieser Chemiewaffe ausgesetzt waren!


Gut, dass es die dritte Gabe des Heiligen Geistes gibt: die Gabe des Rates!
(3. Kerze anzünden)

Gute Ratgeber sind gefragt – nicht nur in der Wissenschaft: Wenn ein Mensch sich in etwas verrannt hat, wenn er – wie es sprichwörtlich heißt – den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, wenn Abneigung oder gar Hass ihn blind machen und offenkundig falsche Entscheidungen treffen lassen, dann ist es gut, wenn da ein Anderer oder eine Andere ist, die „Stopp!“ sagen, die Alternativen aufzeigen zu seiner Sicht der Dinge und die ihm so eine andere Perspektive eröffnen.

Und der Ratgeber oder die Ratgeberin muss nicht unbedingt ein „Fachmann“ oder eine „Fachfrau“ sein – oft braucht es keinen Arzt und auch keine Therapeutin und auch keinen professionellen Seelsorger, um einem Menschen in seiner Not zu helfen; oft braucht es einfach Zeit, ein offenes Ohr und ein einfühlsames Herz.                                                                           
Aber manchmal braucht es doch die Hilfe von „Profis“ – gut, wenn ein Ratgeber*in sich traut, das auszusprechen und dann sogar bei der Suche hilft.


Die vierte Gabe, die der Prophet nennt, ist die Gabe der Stärke
(4.Kerze anzünden).

Auch da wird uns Christ/inn/en ja manchmal das Gegenteil unterstellt:                                                                                              
„Der liebe Jesus, der hat sich einfach so ans Kreuz hat nageln lassen, ohne sich zu wehren – dem wollt ihr nacheifern?              
Christ sein ist was für Weicheier!“

Aber zum einen hat sich Jesus nicht „einfach so“ ans Kreuz nageln lassen –
er konnte auch anders, was die Austreibung der Händler aus dem Tempel zeigt.

Und zum anderen weiß jede*r, wieviel innere Stärke, wieviel Mut, es kostet, sich gegen die Herrschenden, gegen die Meinungsmacher, gegen die Mehrheit zu stellen – und dann noch auf die Seite von einem, auf den alle mit Fingern zeigen, über den abgelästert wird und der fertiggemacht werden soll.

Sogar die Kinder in der Grundschule wissen das schon – und Jugendliche erst recht…


Die fünfte Gabe ist die Gabe der Erkenntnis (5.Kerze anzünden) – und „Erkenntnis“ meint hier nicht dasselbe wie „wissenschaftlich fundiertes Wissen erlangen“.
„Erkenntnis“ meint hier das Auge und das Gespür dafür, dass ich mich nicht mir selbst verdanke, sondern Gott; und dass ich auch nicht zufällig auf der Welt bin und deshalb austauschbar, sondern von Gott gewollt und deshalb einzigartig.


Die sechste Gabe, die der Prophet nennt, ist die Gabe der Furcht des Herrn (6.Kerze anzünden)

„Angst haben vor Gott – das soll eine Gabe sein?“, fragen sich manche jetzt vielleicht im Stillen und denken an Sätze der Pädagogik vergangener Tage wie „Der liebe Gott sieht alles; und er bestraft jeden deiner Fehler!“

Aber wenn die Bibel von der „Furcht des Herrn“ spricht, dann meint sie nicht Angst vor Gott – vor Gott Angst haben muss nur der, der sich gegen seine Geschöpfe stellt und sich selbst an die Stelle Gottes setzen und zum Herrn über Leben und Tod anderer aufschwingen will.

Wenn die Bibel von der „Furcht des Herrn“ spricht, dann meint sie Ehrfurcht vor Gott: Akzeptieren, dass es Gott gibt und anerkennen, dass er als mein Schöpfer und Ratgeber und Tröster Anspruch hat auf einen Platz in meinem Leben – und zwar auf einen Platz mitten drin und nicht nur so am Rande…


Sechs Gaben sind es, die der Heilige Geist mitbringt – sechs Geschenke Gottes, die das Feuer des Glaubens in uns entfachen sollen.

Aber in meinem Tipp zur Gestaltung ist von sieben Kerzen die Rede – wie das?
Gut protestantisch – getreu dem Prinzip sola scriptura = Nur was in der Heiligen Schrift zu finden ist, gilt! – gut protestantisch dürfte die siebte Kerze nicht mehr angezündet werden.

Aber der Reformator Martin Luther ist als Protestant ja über jeden Zweifel erhaben – und er hielt an der alten Anzahl der Gaben des Geistes fest, so wie er sie als katholisch erzogener Junge gelernt hatte.

Wer’s nachprüfen will, der singe aufmerksam das Lied mit, das unten vorgeschlagen ist: „Heil’ger Geist, du Tröster mein“ heißt es und im 6. Vers steht da: „Gib dem Glauben Kraft und Halt, Heiliger Geist, und komme bald mit der Gaben siebenfalt.“

Die Zahl „7“ ist dabei kein Zufall, denn sie gilt auch für uns Christ*innen als besondere Zahl – man denke an die 7 Schöpfungstage!

Und da haben die Gelehrten, die den ursprünglich hebräischen Text ins Griechische übertrugen, das Wort „jir’at“das im Jesajatext zweimal vorkommt, einfach mit 2 verschiedenen Wörtern übersetzt: Einmal als „Furcht“ und einmal als „Frömmigkeit“. So ist er dann auch in die lateinische Übersetzung geraten, die dem jungen Martin vertraut war.

Also wenn Martin Luther von sieben Gaben spricht, wer bin ich dann, die siebte Gabe zu unterschlagen?


Die siebte Gabe ist also die Gabe der Frömmigkeit (7. Kerze anzünden).

„Frömmigkeit“ – für uns heute übersetzt bedeutet das:

Die Pflege des Glaubens, die Pflege der Gottesbeziehung.

Etwas flapsig gesagt:
Mit dem Glauben ist es wie mit dem Schwimmen!
Wenn ich erst anfange das Schwimmen zu lernen, wenn ich schon ins Wasser gefallen bin, dann gehe ich höchstwahrscheinlich unter.

Wenn mir das mit dem Glauben nicht passieren soll, dann muss ich jetzt anfangen ihn zu pflegen.

Am einfachsten durch das Gebet:

Das Gebet ist für die Seele, was der Atem für den Körper ist!

Wer betet, der bleibt nicht in dem stecken, was sich gerade vor seinen Füßen abspielt.

Wer betet, der schaut auf zum Horizont seines Lebens; er sieht, dass das, was gerade ist, nicht alles ist – und vor allem nicht: das Ende von allem!

Das sind sie, die 7 Gaben, die 7 Geschenke des Heiligen Geistes, von denen der Prophet Jesaja im Alten Testament spricht – welche Gedanken sich der Apostel Paulus viel später darüber gemacht hat, und auf welche Zahl er so kommt, davon – so Gott will – vielleicht beim Pfingstfest im nächsten Jahr?

Amen.


Lied: Heil‘ger Geist, du Tröster mein (EG 128,1-7)


Fürbitte
:
Gütiger Gott,
wir danken Dir dafür, dass Du uns den Atem des Lebens geschenkt hast!
Gerade jetzt, wo uns das Atmen schwerfällt – buchstäblich und im übertragenen Sinn.
Gerade jetzt, wo ein langer Atem gefragt ist und bei uns manchmal die Luft `raus ist.
Gerade jetzt, wo wir endlich aufatmen wollen, es aber immer noch nicht können.
Gerade jetzt hoffen wir darauf, dass Du uns wieder frei atmen lässt:
Rühr uns an mit Deinem Geist, damit sich unser Horizont weitet und sich neue Perspektiven auftun!
Alles, was uns durch Kopf und Herz geht, bringen wir in der Stille vor Dich…..
Alle Bitten, alle Klagen, allen Dank legen wir in das Gebet, das Jesus uns geschenkt hat.

Vaterunser im Himmel...
 


Lied: Großer Gott, wir loben dich (EG 331)Bitte um Gottes Segen

Gott, segne uns und behüte uns!
Gott, lasse Dein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig!
Gott, erhebe Dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden!
Amen.


 

Die Ev. Kirche in Hessen und Nassau lädt ein zum Internet-Gottesdienst:

 

LIVING-ROOM

Gottesdienst am Freitag

„Wir glauben, dass es in diesen ungewöhnlichen Zeiten wichtig ist, dass wir auch in der Isolation Nähe erleben und ermutigt werden,“ so der Initiator, Dr. Fabian Vogt, der Referent für Kommunikationsprojekte aus dem Stabsbereich Öffentlichkeitsarbeit der EKHN. Tröstende und ermutigende Impulse wird die Online-Gottesdienst-Reihe „Living Room!“ (www.ekhn.de/Livingroom) geben, die er und seine Frau Miriam Küllmer-Vogt mit einem Team auf die Beine gestellt haben. Start ist am Freitag, 27. März 2020, um 19 Uhr. Pfarrer Vogt erklärt, wie er und sein Team den Menschen beistehen wollen: „Bei unseren  Living Room!-Gottesdiensten  bitten wir zum Beispiel Persönlichkeiten aus der EKHN davon zu erzählen, welche biblischen Texte und Geschichten Ihnen in schweren Zeiten Mut machen.“ 

So lässt sich an den „Living Room“-Gottesdiensten teilnehmen:

  • Wann? Freitags live um 19 Uhr
  • Von wo? Aus der Evangelischen Akademie Frankfurt
  • Wie lässt sich teilnehmen? Über den Youtube-Kanal evTV veröffentlicht.
  • Wenn eine Gottesdienst Sendung verpasst wurde, kann sie direkt auf dieser Seite (www.ekhn.de/Livingroom) sowie im Youtube-Kanal evTV aufgerufen werden. 




 

 

                                                                                     Datenschutzerklärung                                         Brief Den Gemeindebrief ansehen...